Eine persönliche Trommel entsteht nicht erst am Tag des Workshops. Deshalb beginnt auch meine Begleitung früher.
Manchmal liegen Wochen oder Monate zwischen unserem ersten Gespräch und dem Moment, an dem wir gemeinsam bauen. Diese Zeit gibt uns Raum, eine zunächst vage Vorstellung wachsen zu lassen: Welchen Klang suchst du? Was soll dieses Instrument in deinem Leben oder deiner Arbeit tragen? Welche Größe, welche Materialien und welche Symbolik gehören zu ihm?
Bei Phillip ging dieser Prozess noch einen Schritt weiter. Während wir seine Trommel entwickelten, wurde nicht nur immer klarer, wie sie werden sollte – sondern wofür sie überhaupt da ist.
Im Laufe unserer Gespräche kristallisierte sich die Schattenarbeit als ihre Aufgabe heraus. Und damit wurde zugleich etwas in Phillips eigener Arbeit deutlicher. Die Trommel bekam ihre Funktion, weil ihr zukünftiger Besitzer seine eigene immer klarer erkannte.
Manche Trommeln brauchen einen Tag, um gebaut zu werden. Und Monate, um zu entstehen.
Da ist eine Trommel.
Du kennst sie nur noch nicht.
Lass uns herausfinden, welche Form sie annehmen will.

Eine Trommel kannst du kaufen. Deine Trommel nicht.
Als Phillip sich im Mai bei mir meldete, lagen noch mehrere Monate zwischen unserem ersten Gespräch und dem Workshop, der gegen Ende des Jahres stattfinden sollte.
Wir hatten Zeit.
Zeit, nicht vorschnell zu entscheiden. Zeit, eine Vorstellung entstehen zu lassen, sie wieder zu verändern und immer präziser werden zu lassen. Wir konnten die Trommel imaginieren, lange bevor es sie physisch gab.
Am Anfang sprachen wir über ungefähr 60 Zentimeter. Noch im selben Telefonat wurden daraus 70. Und selbst das war nur eine Zwischenstation.
Über die folgenden Monate blieben wir immer wieder im Austausch. Größe, Klang, Holz, Haut, Symbolik – aber zunehmend auch die Frage:
Wofür ist diese Trommel eigentlich da?
Und irgendwann wurde die Antwort klarer: für die Arbeit mit den Schatten.
Damit veränderte sich unser Prozess.
Denn plötzlich suchten wir nicht mehr einfach nach den Eigenschaften eines Instruments. Die Gestaltung konnte beginnen, Phillips eigene Arbeit abzubilden. Die Trommel bekam eine Aufgabe.
Und parallel dazu erkannte Phillip immer deutlicher eine Qualität in sich selbst: dass genau dort – in der Begegnung mit den Schatten und in der Begleitung anderer Menschen durch diese Räume – etwas liegt, das zu seiner Arbeit gehört.
Aus dieser Erkenntnis entstand schließlich noch ein zweites Bild.
Ein Trommelschlägel, der nicht einfach wie ein Schlägel aussehen sollte, sondern wie ein Schwert.
Das Schwert wurde zum Symbol seiner Aufgabe. Nicht Dekoration, sondern Bedeutung. Und daraus entstand die Idee, ihm dieses Schwert im Rahmen einer Zeremonie zu überreichen – für seine zukünftige Arbeit mit den Schatten.
Die Trommel existierte noch nicht. Und trotzdem begann sie längst, Gestalt anzunehmen.
Genau darin sehe ich einen wesentlichen Teil meiner Arbeit.
Du musst nicht zu mir kommen und bereits wissen, welche Trommel du brauchst. Vielleicht spürst du zunächst nur eine Aufgabe, einen Klang oder ein inneres Bild.
Dann gehen wir dem gemeinsam nach.
Du bringst die Ahnung. Ich bringe Handwerk, Klangwissen, Erfahrung und meine Wahrnehmung mit. Im Dialog entsteht daraus nach und nach eine Form.
Und manchmal zeigt dieser Prozess nicht nur, welche Trommel zu dir gehört.
Sondern auch, wozu du sie brauchst.



