Ein Rahmen, der trägt
Ich hatte lange eine Vorstellung davon, was ein Trommelbau-Workshop sein kann. Nicht nur ein Tag, an dem acht Menschen mit einer fertigen Trommel nach Hause gehen. Ich wollte einen Rahmen schaffen, in dem das Handwerk, der Ort und die Menschen zusammenkommen. Daran habe ich über Jahre gearbeitet. Abläufe verändert, Erfahrungen gesammelt, weitergebaut.
Drei Tage verbrachten wir am Amperhof. Hinter ihnen lagen Monate intensiver Vorbereitung. Dort war ich meiner Vorstellung von diesem Workshop so nah wie noch nie.

Fabiola hatte mir vor dem Workshop geschrieben, dass ihr Interesse an der Trommelarbeit nach einem Seminar gewachsen war. Nun wollte sie selbst eine Trommel bauen und mehr darüber erfahren.
Ein Abend, ein Anfang
Am ersten Tag kamen wir am Amperhof zusammen: kennenlernen, einstimmen, austauschen. Wir legten die Häute in den Teich, heizten den Ofen ein und machten Pizza. Am zweiten Tag holten wir die Häute heraus und bauten die Trommeln. Wir schnitten, spannten und knoteten. Jede Entscheidung ging durch die Hände. Jeder Ring, jede Haut brachte etwas Eigenes mit. Und aus der Arbeit von acht Einzelnen wurde nach und nach eine Gruppe.


Flo erzählte mir nach dem Wochenende, wie sehr ihn dieser Tag bewegt hatte. Er spürte eine Veränderung in seinem Vertrauen und in seinem Blick auf das, was vor ihm liegt.

Der Boden, auf dem es wächst
Der Amperhof ist für mich der richtige Boden dafür. Hier sieht man, wo Dinge beginnen. Pflanzen wachsen aus der Erde. Wasser, Holz und Feuer sind Teil des Alltags. Wenn wir hier eine Trommel bauen, stehen diese Elemente nicht bloß für etwas. Wir arbeiten mit ihnen.

Was zwischen uns entsteht
Sebastian war auch wegen der Menschen gekommen. Später sagte er, es sei „quasi ein neues Wesen zum Leben gebracht“ worden, „aus der Gruppe heraus“. Marius erinnerte sich besonders daran, wie wir gemeinsam die Häute in den Weiher legten. Für ihn fühlte sich die Gruppe beim Bauen an, als sei sie „ineinander geflossen“.

Solche Worte berühren mich, weil ich genau dafür diesen Rahmen schaffen wollte. Ich kann zeigen, wie eine Trommel gebaut wird. Was zwischen den Menschen entsteht, lässt sich nicht nach Plan herstellen. Ich kann aber dafür sorgen, dass Zeit, Raum und Aufmerksamkeit da sind.

Altes darf gehen
Auch das Loslassen gehört für mich zu diesem Prozess. Am Amperhof lässt sich beobachten, wie etwas wächst, sich verändert und schließlich wieder vergeht. Beim Bauen kann man Ähnliches an sich selbst bemerken: eine alte Vorstellung, die nicht mehr passt; ein Muster, an dem man festgehalten hat; eine Blockade, die ein wenig nachgibt. Nichts davon muss geschehen. Aber es darf Raum dafür geben.
Sabrina beschrieb nach dem Workshop, wie sehr sie die Arbeit genossen hatte und wie verbunden sie sich bereits mit ihrer Trommel fühlte. Philipp sprach von einem intensiven und befreienden Weg. Seine persönliche Geschichte erzählt er in einem eigenen Beitrag ausführlicher.

Acht Trommeln, ein gemeinsamer Weg
Nachdem die Trommeln am zweiten Tag fertig waren, gingen wir in die Schwitzhütte. Am dritten Tag probierten wir die neuen Trommeln aus, spielten mit ihnen und hörten, wie unterschiedlich sie klangen. Am Ende standen acht Trommeln vor uns. Keine klang wie die andere. Ich sah die Arbeit, die darin steckte, und die Menschen, die sie gebaut hatten. Für mich waren diese drei Tage kein Abschluss meiner Vision. Es war der Moment, in dem ich deutlich spürte, wie nah wir ihr gekommen sind. Wie ein solcher Tag aufgebaut ist, beschreibe ich auf der Seite zum Trommelbau-Workshop.



